Pubertät – Tipps für die Erziehung

Pubertätsberatung Susanne Usko

Zeiten des Wandels sind immer spannungsreich. Die Pubertät ist so eine Zeit. Sie geht oft mit erheblichen Auseinandersetzungen zwischen Eltern und ihren Kindern einher. Als Erziehungsberaterin höre ich oft die Frage, wie sich solche Konflikte vorbeugen bzw. lösen lassen.

Zuerst muss man anerkennen, dass Kinder nicht schuld daran sind, dass sie sich ändern. Mutter Natur sieht vor, dass sie wachsen und reifen, auf- und ausbrechen, sich von den Eltern lösen und ihr eigenes Ding machen wollen. Dafür sorgen kräftige Hormonschübe, die das Kind in wenigen Jahren in einen jungen Erwachsenen verwandeln. Das ist nicht nur ganz natürlich, sondern auch wünschenswert. Ihr Ziel besteht ja darin, dass irgendwann ein selbstbewusster Mensch Ihr Haus verlässt.

Leider geht diese Verwandlung oft mit extremen Launen und Stimmungsschwankungen einher. Die bereits genannten Hormone sorgen dafür, dass auf Widerstände stärker und streitlustiger reagiert wird als vor der Pubertät. Wichtiger als dieser biologische Faktor ist jedoch das Miteinander in der Familie.

Pubertierende stecken in einer Zwickmühle

Pubertierende stecken in einem Dilemma aus widersprüchlichen Bedürfnissen. Einerseits möchten sie sich von den Eltern lösen und kämpfen daher für Freiheit und Unabhängigkeit. Sie stellen gelernte Strukturen und Abläufe in Frage, um sich als eigenständige Persönlichkeiten zu profilieren. Andererseits sind die Jugendlichen noch minderjährig und bleiben vorerst Teil des Haushalts, müssen sich also weiterhin abstimmen und einordnen. Zudem suchen sie doch immer wieder die Sicherheit und Geborgenheit, die eine Familie bietet.

Angesichts dieses Durcheinanders ist es kaum verwunderlich, dass Erwachsene das Verhalten Pubertierender zuweilen nicht durchschauen. Ein paar konkrete Tipps können dabei helfen, trotzdem miteinander klarzukommen.

5 Tipps für die Erziehung pubertierender Kinder

  • Hören Sie ehrlich zu. Nichts dürfte Jugendliche mehr nerven als eine beiläufige Frage nach der letzten Mathearbeit. Denn die darin enthaltene Botschaft lautet: „Ich will nur, dass du funktionierst.“ Die offene Frage „Wie geht es dir“ in Verbindung mit ehrlichem Interesse am Befinden wirkt viel einladender. Wer wissen möchte, was im Kopf der/des Jugendlichen vorgeht, muss Zeit und Interesse mitbringen. Nur dann besteht die Chance, Einblicke in die Gedankenwelt zu erhalten.
  • Bestehen Sie auf Regeln und Ritualen. Austausch braucht einen Ort und einen Zeitpunkt. Klingt banal, bedeutet aber, dass man diese Gelegenheiten zur Kommunikation aktiv herbeiführen muss. Wochentags kann das schwer sein. Aber auf gemeinsame Rituale wie das Frühstück oder den Spaziergang am Sonntag sollte man nicht verzichten. Solche fixen Termine können ja bei Bedarf auch angepasst werden.
  • Sagen Sie Nein. Eltern sind als Erziehungsberechtigte nicht nur dazu berechtigt, sondern verpflichtet, zum Wohle aller Mitglieder nachvollziehbare und vernünftige Regeln zu setzen und durchzusetzen. Pubertierende kennen also die Leitplanken – und werden trotzdem versuchen, Ausnahmen und Kompromisse nachzuverhandeln. Aber das darf ja auch so sein. Sie tun sich übrigens leichter damit, gewünschtes Verhalten zu belohnen als unerwünschtes zu sanktionieren. Kommt das Kind beispielsweise pünktlich nach Hause, könnten Sie es mit einer Extra-Stunde Ausgang belohnen.
  • Halten Sie Provokationen aus. Konflikte brauchen immer zwei. Atmen Sie durch und überlegen Sie einen Moment lang, ob es diese Aussage oder jenes Verhalten des/der Jugendlichen wert ist, kommentiert zu werden. Gelassenheit und Geduld sind sehr wichtige elterliche Tugenden. Das gilt auch in der Pubertät.
  • Verändern Sie sich mit. Es gibt Eltern, die nicht loslassen können, ständig beleidigt reagieren oder Berufsstress an den Kindern abreagieren. Will sagen: Pubertierende verursachen nicht alle Konflikte alleine, auch Eltern tragen ihren Anteil dazu bei. Wenn sich ständig Streit an den gleichen Punkten entzündet, sollten auch Sie einen ehrlichen Blick in den Spiegel werfen und sich fragen, inwiefern Sie sich bewegen und verändern müssen.
  • Haben Sie Vertrauen. Wenn Sie sich umschauen, werden Sie feststellen, dass es den meisten Menschen gelingt, halbwegs unbeschadet erwachsenen zu werden. Sie dürfen trotz Unsicherheiten und Gefahren darauf vertrauen, dass auch Ihre Kinder lernen werden, auf eigenen Füßen zu stehen. Sie helfen ihnen ja dabei.

Was tun, wenn nichts mehr hilft?

Eine Pubertät ohne Streitereien zwischen Eltern und den Heranwachsenden gibt es nicht. Daher sind Auseinandersetzungen kein „Störfall“ in der Erziehung. Sie belegen kein persönliches Versagen und haben auch nichts mit Schuld zu tun. Im Gegenteil: Streit mit Pubertierenden ist normal und notwendig für eine gesunde Loslösung.

Leider bleibt es nicht immer bei überschaubaren Kabbeleien und typischen Pubertätsproblemen. Manchmal empfinden Eltern große Schwierigkeiten, wenn sie Veränderungen akzeptieren und loslassen müssen. Manchmal verletzen Heranwachsende Gesetze, nehmen harte Drogen, klauen oder werden gewalttätig. Manchmal entstehen Situationen, in denen eine Lösung nur mit Hilfe von außen möglich scheint.

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